Tarifvertrag gastronomie nrw kurzarbeit

Alle Arbeitnehmer, die Sozialversicherungsbeiträge zahlen, haben Anspruch auf Kurzarbeitsgeld, einschließlich Leiharbeitnehmer und Personen mit befristeten Arbeitsverträgen. Davon ausgenommen sind Arbeitnehmer, die sogenannte “Minijobs” haben, die daher von den Sozialversicherungsbeiträgen befreit sind (Einkommen bis zu 450 EUR pro Monat). In dem Kalendermonat, für den Kurzarbeit beantragt wird, muss der Antrag mindestens ein Drittel aller Beschäftigten (Auszubildende werden nicht berücksichtigt) des Unternehmens (oder einer oder mehrerer spezifischer Einheiten) betreffen. Darüber hinaus muss die Lohnkürzung mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttolohns betragen. In diesem Fall sind alle Arbeitnehmer (einschließlich der Arbeitnehmer, die eine Einkommensminderung von weniger als 10 % Anspruch auf Kurzarbeitsbeihilfe haben. In solchen Situationen ist es nicht ungewöhnlich, dass den beteiligten Unternehmen geraten wird, Mitarbeiter zu “vermieten”. Das Unternehmen mit dem Überschuss an Mitarbeitern stellt Arbeitskräfte an das andere Unternehmen, den Mieter, ein, der seine Zahl der Mitarbeiter vorübergehend erhöht. In der Regel sind die Anforderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zu beachten. Das Unternehmen, das vorübergehend ausfällt, benötigt in der Regel eine sogenannte Transfergenehmigung. In Ermangelung einer solchen Genehmigung kann der Mieter gezwungen werden, das ursprüngliche Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Darüber hinaus drohen beiden Unternehmen harte Geldstrafen. Die Maßnahme ist nur für finanzstarke Unternehmen machbar: Die Lohnnebenkosten werden nicht proportional gesenkt, wie es bei lohn- und arbeitszeitverkürzung der Fall ist.

Es ist schwierig, Kurzarbeit mit Ausbildung zu verbinden. Bei der Umsetzung von Kurzarbeit ist ein Verwaltungsaufwand verbunden. Dennoch ist die Verwendung von Arbeitszeitkonten eine bewährte Methode, um die Unterauslastung abzuwehren. Der Aufbau negativer Zeitbilanzen ist vor allem für Unternehmen interessant, die nach der Krise einen überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand erwarten. Die Kurzarbeit erreichte während der Krise ihren Höhepunkt. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter stieg von 68.317 auf 101.540 auf 1.144.407 im Dreijahreszeitraum von 2007 bis 2009. Ebenso stieg die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit in Den Tag legten, im gleichen Zeitraum von 8.333 auf 10.052 auf 55.937. Nach 2009 sank die Zahl von 502.694 betroffenen Arbeitnehmern im Jahr 2010 auf 112.685 Beschäftigte im Jahr 2017. Derselbe Trend gilt für die Arbeitgeber: 2010 waren 49.121 Betriebe betroffen, 2017 waren es 13.878. Die Einführung von Kurzarbeit muss von Geschäftsführung und Betriebsrat beschlossen werden.

Gibt es keinen Betriebsrat, müssen alle betroffenen Mitarbeiter ihre Zustimmung erteilen. Praktischer Hinweis: Arbeitgeber und Betriebsrat behalten sich das Recht vor, COVID-19-induzierte Betriebsgrundsätze für den Jahresurlaub festzulegen. Die Arbeitgeber sollten bedenken, dass es ihnen untersagt ist, den gesamten Jahresurlaub aller Arbeitnehmer in Form von Betriebsferien festzulegen. Die Arbeitnehmer müssen (zumindest teilweise) die Möglichkeit behalten, individuelle Urlaubszeiten auf der Grundlage ihrer persönlichen Bedürfnisse zu beantragen. Die COVID-19-Krise verschafft den Unternehmen auch zusätzlichen Spielraum in Bezug auf den Urlaub. Insbesondere stellt sich die Frage, ob und inwieweit der Arbeitgeber die Arbeitnehmer (einseitig) anweisen kann, ausstehenden Jahresurlaub zu nehmen. Eine solche Richtlinie kann im Widerspruch zu den Interessen der Arbeitnehmer stehen, die Dauer und den Zeitpunkt des Jahresurlaubs nach ihren eigenen Freizeitbedürfnissen frei zu bestimmen.